London AS Diät

Kurze Einleitung:

Bei der London AS Diät geht es darum, dass das Bakterium der Art Klebsiella die Ursache für Morbus Bechterew darstellt.
Wenn diese Bakterien durch die Darmwand ins Blut gelangen, stellt das Immunsystem Antikörper her. Diese Antikörper kreuzreagieren mit HLA-B27. Das bedeutet, die Antikörper richten sich nicht nur gegen die Bakterien, sondern auch gegen körpereigenes Gewebe. Die Bakterien leben im Darm und ernähren sich von Stärke. Bei der Diät geht es nun darum, Stärke zu vermeiden um ein ,,aushungern“ der Bakterien zu erzielen. Ist die Bakterienzahl gesunken, bilden sich auch die Antikörper und damit auch die Entzündungen zurück.

Entwickelt wurde die London AS Diät von Prof. Alan Ebringer. Er arbeitet am Kings College, London, und behandelt dort mittlerweile seit fast 20 Jahren erfolgreich Morbus Bechterew Patienten.

Die London AS Diät

Niedrige Stärke/proteinreiche Diät für Morbus Bechterew (ankylosing spondylitis) Patienten.

Es wird vermutet, dass in einigen Fällen eine Ernährung die wenig Stärke aus Mehl- und Kartoffelprodukten enthält, und hoch in Proteinen und Gemüse ist, vom Nutzen für Morbus Bechterew Patienten ist.

Morbus Bechterew gilt als eine Form der „reaktiven Arthritis“ im Anschluss an eine Infektion des terminalen Ileum, und dem Colon durch die Darmmikrobe Klebsiella. Von speziellen Anti-Klebsiella-Antikörpern bei MB-Patienten, ist inzwischen aus 17 verschiedenen Ländern berichtet worden: England, Deutschland, Finnland, Schweden, Niederlande, Schottland, Spanien, Belgien, der Slowakei, Japan, China, Australien, Kanada, USA, Mexiko, Argentinien und der Türkei.

Über 95% der MB-Patienten besitzen das HLA-B27 Gen, welches aber nur 8% der Gesammtbevölkerung betrifft. Die Klebsiella Mikrobe hat Moleküle, die HLA-B27 ähneln, und das ist der Grund, warum AS-Patienten im Allgemeinen zu der HLA-B27 Gruppe gehören.
Darüber hinaus kreuzreagiert das Pullulanase Molekül der Klebsiella Mikrobe mit dem Typ-I-Kollagen, zu finden in Sehnen und Knochen, und auch mit dem Typ IV-Kollagens, zu finden in den Kellermembranen der Netzhaut und Uvea.

Wenn man große Mengen von stärkehaltigen Lebensmitteln (Brot, Kartoffeln, Kuchen, Nudeln etc.) zu sich nimmt, verzehren die Klebsiella Bakterien dessen Stärkeanteil. In dessen Folge vermehren diese sich, und dann produziert das Immunsystem des Patienten Antikörper gegen die Mikroben. Einige dieser Antikörper haben auch eine Aktivität gegen HLA -B27 und gegen Kollagene in der Wirbelsäule und Uvea, und somit treten diese als Gewebeschädigende Autoantikörper auf. Deshalb ist es notwendig auf diese Lebensmittel zu verzichten.
Da das Mesenterium des Darmes an der Vorderseite der Lendenwirbelsäule befestigt ist, ist es unvermeidlich, dass Rückenschmerzen im Lendenbereich eine Folge von MB ist.
Eine einfache Möglichkeit der Verringerung der Entzündung, ist die tägliche Aufnahme von stärkehaltigen Lebensmitteln zu reduzieren. Konsultieren Sie jedoch Ihren Arzt, bevor Sie auf diese Ernährung umsteigen.

Je höher die Aufnahme von stärkehaltigen Lebensmitteln, desto höher ist die entzündliche Aktivität.
Sie können kleine Mengen von stärkehaltigen Lebensmittel essen. Ist die Krankheit aber sehr aktiv, ist es am besten noch mehr Protein und Gemüse zu essen.
Wenn die Krankheit jedoch inaktiv ist, muss die Diät bzw. Ernährung weniger streng befolgt werden. (Anmerkung von mir: Da ich eine erneute Aktivität verhindern möchte, befolge ich die Diät dauerhaft ohne Unterbrechung)
Zusammengefasst bedeutet dies, verringern Sie Brot, Kartoffeln, Kuchen, Pasta und andere kohlenhydratereichen Nahrungsmittel, und erhöhen die Zufuhr von Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse.

Referenzen:
1.Ebringer Wilson und C. Die Verwendung einer geringen Stärke Ernährung bei der Behandlung von Patienten mit Morbus Bechterew. Clinical Rheumatology 1996; 15 Suppl. 1, 61-65.
2. Ebringer A. Spondylitis ankylosans wird durch Klebsiella verursacht. Rheumatische Krankheiten Clinics of North America, 1992 1/105-121

Streichen Sie folgende Lebensmittel von ihrem Essensplan:

  • Brot und Mehl Produkte:
    Brot (weiß, braun, Vollkornbrot, etc.)
    Knäckebrot, Kekse, Kuchen, Pudding, Nudeln, Teigwaren, Pizzas, Pieta-Brot, Popcorn. Schauen Sie sich ihre Lebensmittel genau an, ob diese Mehl enthalten.
  • Reis
    Braun, weiß, gekocht, gebraten oder in Pudding
  • Pommes/ Kartoffelchips, gebacken, gekocht, gebraten oder andere Kartoffelprodukte sind zu vermeiden.

Essen Sie stattdessen mehr von folgenden Lebensmitteln:

  • Fleisch
    Rind, Schwein, Lamm, Würstchen, Speck, Salami, Pastete, Corned Beef, Schinken-und Kalbfleisch, Wild, Huhn, Pute, Ente oder anderem Geflügel Fleisch.
  • Fisch
    Weißfisch: Kabeljau, Schellfisch, Scholle, Seezunge.
    Hering, Lachs, Makrele, Thunfisch, Sardinen, frisch oder Konserven in Öl, Salz oder Tomatensauce.
    Meeresfrüchte: Krabben, Hummer, Garnelen, Scampi, Muscheln, Austern.
  • Milch und Milchprodukte**
  • Eier in allen Variationen
  • Gemüse
    Alle grünen Gemüse, Kohl, Rosenkohl, Zucchini, Champignons, Spinat, Brokkoli, Kohlrabi, Tomaten, Gurke, Spargel, Spinat, Auberginen Ausnahme hier: Hülsenfrüchte–>Erbsen, Bohnen usw.
  • Obst*
    Alle Obstsorten. Ausnahme sind Bananen, da diese einen hohen Anteil von Stärke aufweisen.

Nur normale Einnahme von: Fett und Zucker.

Keine Beschränkungen bei Getränke oder Gewürze

* Besondere Beachtung bei Obst gibt es bei Südfrüchten, da diese durch ,,grünes ernten´´ noch hohe Anteile an Stärke besitzen können.
Besonders in den Wintermonaten sollte Obst mit Jod getestet werden.

** Es gibt Menschen die auch bei Milchprodukten Probleme bekommen können, dies liegt daran das die Klebsiella Bakterien Laktose als sekundäre Nahrungsquelle nutzen können. Bei Problemen mit Milchprodukten sollte auf laktosefreie Produkte gewechselt werden. Hartkäse ist durch den Reifeprozess Laktosefrei.